mittags aber ruͤhrte ſich kein Luͤftchen, ſo wechſelte es einige Tage ab. Den 12. bekamen wir wieder Windſtille und mildes heiteres Wetter; dem unge⸗ achtet war das Meer ſehr unruhig; brauſende
Wogen thuͤrmten ſich nicht, aber ganz ſanft hoben ſich ſpiegelglatte Berge aus der Tiefe empor und verſchwanden wieder, ſo daß das Schiff in beſtaͤn⸗
diger Arbeit war und man ſich nicht drei Secunden lang aufrecht erhalten konnte. Um 9 Uhr erhob ſich der Wind, jedoch ganz contrair. Der Bootsmann
meinte, daß wir einen Sturm bekaͤmen; er hatte
ſich auch nicht geirrt, denn kaum lag ich im Bette, ſo merkte ich an der ſtarken Bewegung und dem Knarren des Schiffs, daß es nicht ganz richtig ſey; trotz dem ſchlief ich ruhig ein. Gegen Morgen wurde der Sturm ſehr heftig, dabei regnete und ſchneite es ſtark. Ich kroch mit Haͤnden und Fuͤßen auf's Verdeck, um mich ein wenig umzuſehen. Hier genoß ich denn zum erſtenmal das Schauſpiel eines Sturms auf offener See. Der Wind pfiff uͤber die ſchaͤumende Meeresflaͤche hin und trieb Regen und Schnee in horizontaler Richtung vor ſich her; das Getoͤſe der Tauen, Stengen und Raaen, das Fluchen und Donnern der Kommandiren⸗


