Teil eines Werkes 
4. Bdchn (1831)
Entstehung
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aufwerfen, oder uns Weisheit genug zutrauen, aus eigener Erkenntniß die Bahn wahren Heiles zu finden!

Klar, jeden Wahn vernichtend, trat die Wahr⸗ heit vor meinen Geiſt, und zeigte mir in Angela's frühentblättertem Lenz die Früchte meines eiteln Strebens, meines frevelhaften Eingreifens in die Rechte einer höhern Gewalt. Ich ſah, wie ich, trotz meines Vorſatzes ihr Gemüth dem Höchſten zu weihen, es mit irdiſcher Liebe für mich, dem

Unwürdigſten aller Sterblichen, erfüllt hatte; wie

ich im Wohn, eine Schuldige, die das Heiligſte frevelnd verletzte, durch mein kaltes Zurücktreten zu züchtigen, die reinſte Unſchuld durch meine vor⸗ eilige Härte dem bitterſten Leid, ja, dem Tode geopfert, und ſo dem unglücklichſten aller Väter für das Vertrauen, das er mir gezollt, ſein höch⸗ . ſtes Erdenglück, den Troſt, die Freude ſeines Al⸗ ters für immer zerſtört hatte. Da lag ſie vor mir da, in aller ihrer Ohnmacht, ihrer Blöße, des Menſchen kurzſichtige Weisheit; da ſah ich, wie engbegrenzt unſere Einſicht, unſere Erkennt⸗ niß ſei. Zerſtörend drang das Bild von Angela's Leiden, ihr Tod auf mich ein, alle Kraft, alles Leben in mir aufreibend. Ich verſuchte es, mich durch die ſcheinbar reine Abſicht, den tugendhaft⸗ ſcheinenden Willen, der mich geleitet, gegen mich