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und ſie der Pein gänzlicher Vereinzelung auſ's Neue entging. So, meine Schweſter, iſt die ge⸗ genwärtige Lage der anmaßendſten, eingebildetſten, eitelſten Frau!— Weh' ihr, daß ſie ſolche Strafe verſchuldet hat! Unſchuldig leiden, iſt hart genug, aber das Bewußtſein ſelbſtzugezogener Erniedri⸗ gung muß unerträglich, vernichtend ſein! Heil denen, die trotz der Neider giftigem Geſchwaͤtz un⸗ erſchütterlich ſtanden auf dem Pfade des Rechts; die es vorzogen, zu dulden und zu leiden, als ſtrafbar und glücklich zu ſein!— O, der Lohn dieſes Kampfes bleibt nicht aus.— Freudiger als je ſchloß ich heute meinen Gemahl in die Arme, meines Vortheils vor jener Betrogenen, meiner Würde, meines inneren Friedens mir bei ſeinem Anblick bewußt.— Mein Leben wird fortan heller leuchten als das ihre, wie die Roſen, die auf dem Dornenfelde der Tugend blühen, die üppigen Kränze leichtſinnigen Genuſſes überdauern; und wenn mein Glück auch ſtets noch eine Sehnſucht übrig läßt, die einer andern Hemisphäre gehört, ſo wird es doch hinreichend ſein, mich vor Klagen und Wün⸗ ſchen zu bewahren, die, der Erde angehörend, doch. ſtets vergänglich und eitel bleiben, und uns nicht
ſelten der bitterſten Täuſchung überliefern.— Ich habe eine Ruhe in meiner Bruſt, wie ich ſie ſelten empfunden, ſie gehört meinem reinern
Angela IV. 2


