Hundertſiebenzehnter Brief.
Angela, Comteſſe Domelli, an Richardis.
Aus der Reſidenz, im Juni 18“9,
Norden iſt hier geweſen!— Es war keine Er⸗ ſcheinung! Er hat ſich einige Tage hier aufgehal⸗ ten, hat ſcheiden können, ohne mir ein Zeichen ſeiner Freundſchaft zu geben.— Iſt denn das möglich, Richardis?— Glaubte er, mich nicht auf's Neue durch ſeinen Anblick beunruhigen zu dürfen?— Er ſieht krank aus, Hermine hat ihn geſehen, und es auch gefunden, er leidet gewiß, und will es verſchweigen!— O, daß ich ihm nicht nacheilte, als ich ihn ſah! Wann kommt der Au⸗ genblick wieder, wo ich ihn zu erreichen vermag! — warum, o flüchtige Stunde— biſt du ſo un⸗ nütz entflohen,— da du mir ſo unerwarteten Segen zu ſpenden vermochteſt?——


