Hundertſechzehnter Brief.
Norden an Walte⸗r.
Breiſach, im Juni 18**.
Wie veränderlich ſind die Menſchen und Dinge der Erde!— welche minutenlange Erſcheinungen ſind beide!— O, über das betrügeriſche Phan⸗ tom, das Angela, die arme Getäuſchte, verfolgt, als vermöchte es ihrer Seele Ruhe zu geben!— Es wird noch viel vergänglicher ſein, als ihre Thränen, das glaube mir, Walter!—
Ich habe mich gewaltſam zurückhalten müſſen, — als ich ſie die Reihen auf⸗ und niederfliegen ſah,— um ihr nicht meine Warnung zuzurufen; — ſie war vergnügt, das ſprach ihr Geſicht aus, ſie hörte auf des Grafen ſchmeichelnde Worte,
nicht wohlgefällig, wie Du meinteſt,— aber ge⸗
duldig, das hab' ich geſehen;— auch das iſt nicht gut;— Graf Ordeck, der mich geſtern beſuchte,


