Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1831)
Entstehung
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Felſenbettes fort, und eilt mit ihr vereint dem Thale zu. Wir ſtanden lange vor dieſem ſchönen Bilde der innigſten Verbrüderung; ich glaubte in dieſen beiden Bergſtrömen zwei befreundete Jüng⸗ linge zu erblicken, die zu gleicher ſchöner Wirkſam⸗ keit ihre Kräfte vereinen, und ſo jedes Hinderniß muthig niederkämpfen, das ihrem Willen entgegen⸗ ſtrebt.

. Ich ſollte meinen, liebe Richardis! die Ge⸗ birgsbewohner müßten mit der Naturpoeſie recht innig vertraut werden. Es drängen ſich auf dieſen Höhen, in dieſen reizenden Gegenden ſo viele Bil⸗ der der Phantaſie auf, daß ich ſogar ſelbſt biswei⸗ len eine Ahnung hatte, als könne mir hier die herrliche Gabe der Dichtkunſt zu Theil werden! O Gott, wie glücklich müſſen die Menſchen ſein, die es ausſprechen können, was wie ein ſeliges Geheimniß im Buſen liegt! Ich glaube, daß kein Entzücken dem gleich kommen kann, das man em⸗ pfindet, wenn endlich die wahre eigenthümliche Sprache des Herzens gefunden iſt, und Wonne und Schmerz, Seligkeit und Trauer, von den alten Banden befreit, ſich kund geben darf in begeiſtern⸗ den Geſängen!

Laſſen Sie mich hier meinen Brief beſchließen, wie dies liebliche Natur⸗Gemälde das letzte war, was den reichen Bilderſaal dieſer Höhen ſchmückt.