Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1831)
Entstehung
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„ Da könnte ich aufwarten!“ entgegnete der Fremde,„doch haben dieſe Mährchen unter einan⸗ der ſo viele Aehnlichkeit, daß man nur die zwei Grundtöne dieſer Gebirgsſagen angeben darf, um die übrigen Compoſitionen darnach beurtheilen zu können, ich meine die biedere Gutmüthigkeit, und die ſchlaue Hinterliſt und tückiſche Schadenfreude, die unſern Berggeiſt charakteriſiren.“ Hermine bat, uns wenigſtens Einiges mitzutheilen, und er ver⸗ ſprach, ſobald wir unſer Ziel erreicht hätten, uns einige Sagen vorzuleſen, die er eben bei ſich habe.

„Es iſt“, begann Norden,„als bedürften dieſe öden, ſchauerlichen Umgebungen irgend eine Art abentheuerlicher, phantaſtiſcher Geſtalten, um die Lücke auszufüllen, die wir hier im Reich des Le⸗ bens erblicken; kein Vogel, kein lebendiges Ge⸗ ſchöpf begegnet uns in den lautloſen Räumen! Ungeſtört arbeitet unſere Einbildungskraft, die lee⸗ ren Gegenden mit ihren Träumen zu bevölkern, und gibt zuletzt in ſeltſamem Wahne ihre abentheu⸗ erlichen Geburten für wirkliche Erſcheinungen und wmahrhafte Begebenheiten aus. So mögen jene Mährchen entſtanden ſein, die jetzt den Pilger zu dieſen Höhen begleiten, ſo trägt ſich die Sage von dem Berggeiſt von Geſchlecht zu Geſchlecht, indem ſie dieſen an ſich ſchon merkwürdigen Gegenden noch einen ganz eigenthümlichen Reiz leiht, der aus