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leriſchen Künſten feſten Widerſtand zu leiſten. Aber deſſen bedurfte es nicht. Mit ruhigem Stolz, als hätte ſie ihn von der Tugend geborgt, ertrug ſie meine gebieteriſche Härte. Erſt dann, als ich ihr das Kind von ihrer Seite nehmen woll⸗ te, traf mich ihr Blick mit zermalmendem Schmerz. Ich dachte ihrer Liebe zu dem Kinde, und war Menſch genug, es ihr zu laſſen. Heimlich ſorgte ich für die Bequemlichkeit ihres künftigen Aufent⸗ halts;— ſie ſollte nicht über mich klagen, aber auch nicht länger zu heucheln gezwungen ſein. So trennten wir uns. Keine Klage, keine Reue folgte meinem Entſchluß. Auch da, als der Tod ſeine ſcheidende Hand zwiſchen uns legte, in jenem Au⸗ genblick, wo jedes Vergehen zur Rieſenſchuld em⸗ por wächſt— konnte ich ruhig zum Himmel empor blicken. Mein Wille war rein, ich konnte nicht an⸗ ders handeln.—
Hier, Walter, haſt Du die Geſchichte meines Lebens. Es wird Dir nun klar werden, wie das offene Herz, das einſt ſo gläubig an Deinem Bu⸗ ſen lag, allmählig erſtarren und welken mußte! Behüte Dich Gott vor ſolchen Erfahrungen! Der Menſch iſt ſchon arm, wenn er ſeine Zuverſicht an
die Menſchheit verliert. Der Glaube an die un⸗
endliche Güte, der Troſt einer unſichtbaren Welt, wird ihn zwar auch über dieſe Prüfung empor he⸗


