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war kräftig und rein. O, des ſeligen Tauſches be⸗ glückender Freundſchaft, wo keiner verliert, ſondern jeder gewinnt, und der gewonnene Reichthum ſich zugleich auf das Ganze verbreitet.—
Große Gedanken gingen aus unſerm Bunde hervor. Die Menſchheit wurde unſere Liebe, ihr wollten wir unſere Kräfte weihen, das Heil ver⸗ künden, was licht und klar in unſerer Seele ſtand, Balſam träufeln in jede Wunde, Troſt bringen je⸗ dem Trauernden in dieſer großen Gemeine.
Rein und erhaben ſtand das Ideal der heilig⸗ ſten Liebe in meinem Gemüth! Durſtig ſog ich die Lehre des Gottmenſchen in meine Bruſt, feſt entſchloſſen ſein Jünger zu werden; laut zu ver⸗ künden den Segen ſeiner ewigen Worte. Mit unermüdlichem Eifer verfolgte ich meine Bahn, kei⸗ ne Klippe konnte meinen Vorſatz ſcheitern machen, denn in mir war die Kraft des Willens, die ſtets dem frommen Triebe zur Seite ſteht.—
Du hatteſt die Rechte ſtudirt.— Mit Dei⸗ nem Charakter und Deinem Herzen war der Ge⸗ rechtigkeit ein würdiger Diener gewonnen, Deinen Brüdern ein feſter und ſicherer Hort!— Unſere Studien waren beendet, Du kehrteſt in Deine Va⸗ terſtadt zurück, und überließeſt dem an Dich geket⸗ teten Jüngling den Schmerz der erſten, bitteren Trennung.


