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Fuünfter Brief.
Norden an Walter.
Warmbrunn, im Juni 18““.
Da lieg ich nun am Buſen des hochgeprieſe⸗ nen, wunderbaren Heilquells! Dürſtend wie ein Kind ſaug' ich die Kraft der uralten Felſenadern in mich hinein, tauche die kalte, ausgeſtorbene Bruſt in die warmkoſende Fluth, und ſehe der Verheißung meiner Aerzte entgegen!
Ich fange an zu glauben, ſie hatten Recht mich hierher zu ſenden. Man ſollte jeden Unglück⸗ lichen an den Zufluchtsort irdiſcher Gebrechen und Leiden führen; das Vertrauen, mit dem dieſe, von jahrelangem Leiden gefolterten, verſtümmelten Kör⸗ per ſich hinflüchten an das Herz der Natur, der zuverſichtliche Glaube, mit dem ſie alles von dem
wohlthätigen Elemente erwarten, dies Alles be⸗ ſchämt den, an irdiſcher Geneſung verzweifelnden, Kleinmüthigen. Unwillkührlich hebt ſich ſein Haupt empor, erweitert ſich ſeine Bruſt; er ahnet das Wirken des unermüdlichen Weltgeiſtes im Einzel⸗ nen, wie im Univerſum, und wendet ſein Auge noch einmal der Hoffnung entgegen. Schon habe


