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Dritter Brief. Madame Wallburg an Thereſe.
N.... im Juni.
Du haſt mir, mein theueres Kind, mit Dei⸗ nem letzten Briefe viel Freude gemacht, aber auch viele Schmerzen aufgeregt, die kaum entſchlummert waren!— Wie wunderbar ſind Gottes Wege!— Du ſchreibſt mir von einem Zögling, den Dir der Zufall anvertraute, wenn ich anders dieſen Voll⸗ ſtrecker des höchſten Willens ſo nennen darf. The⸗ reſe! thue dem Knaben wohl, ſo viel Du vermagſt! — Laß ihm die Wohlthat der Liebe empfinden,
ihm, dem Mutterloſen, und verdiene Dir den
Dank, den Segen jenes edlen, ach ſo hart geprüf⸗ ten Mannes, den er Vater nennt.—
Deiner Jahre ſind ſo wenig, und dennoch hat Dich die Vorſehung ſo hoher Pflichten gewürdigt, deren jede gewiſſenhaft beherzigt und mit frommer Treue geübt ſein will.— Sei ſtolz auf dieſe Aus⸗ zeichnung, und beweiſe durch Wort und That, daß Du den Platz verdienſt, auf den Dich das Schick⸗ ſal geſtellt hat.— Hänge dem Gedanken nicht all⸗ zu eifrig nach, daß es beſſer mit uns wäre, wenn


