— 156—
Titel und Adelsdiplome zu prüfen, und in Folge dieſes Contracts zog er allein die Strafen ein, welche das bretagniſche Parlament auf ſeinen An⸗ trag jedem Bürgerlichen auflegte, der ſich für einen Edelmann ausgab.
In Folge deſſen lag es in ſeinem Intereſſe, recht viele ſolcher Uſurpatoren aufzufinden. Auch unterließ er nicht, die Familienarchive durchzu⸗
wühlen, und zeigte ſich ſo unerbittlich bei dieſen
Unterſuchungen, daß ihm ſelbſt die Herren, welche zum königlichen Hofe gehörten, nicht beſonders günſtig waren. Aber er wurde mehr gefürchtet, als gehaßt.—
Auf dieſe Weiſe war in einer Proviuz, wie die Bretagne, wo Treue und Glaube und alte Gewohnheiten herrſchten, und wo viele Edelleute, die, ſich auf ihren von undenklichen Zeiten her⸗ rührenden Beſitz ſtützend, weder Adelsbriefe noch ſonſtige Dokumente beſaßen, die Macht des Herrn von Bechameil ſehr bedeutend. Beſchränkt von Geiſt, habſüchtig und engherzig, und ohne ein andres Wohlwollen zu beſitzen, als die äußerliche Artigkeit, welche denen, die ſie an den Tag legen, den bedeutungsloſen Namen eines angenehmen Mannes verſchafft, war der Steuerintendant gerade einfältig genug, um ein unbarmherziger Tyrann zu ſein. Nur eins konnte ihn nachgie⸗ big machen: Geld. Wer ihm den Betrag der Strafe und einige tauſend Livres mehr als Prä⸗
—.


