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Er hieß Nikolas Treml von la Tremlays, Herr von Bouexis⸗en⸗Forét, und beſaß eine halbe Stunde von dem Flecken Liffré eine Herrſchaft, welche ihn zum Oberlehnsherrn faſt des ganzen Landes machte. Sein Schloß Tremlays war eines der ſchönſten in der Oberbretagne, und das Schloß Bouexis war faſt eben ſo prächtig. Man brauchte zwei Stunden, um von dem einen zum andren zu kommen, und dieſer ganze Weg führte durch das Gebiet Nikolas Tremls. Er war ein alter Mann von hohem Wuchs und ſtrengem Geſicht. Seine langen weißen Haare fielen in einzelnen Locken auf das grobe Tuch ſeines nach der alten Mode zugeſchnittenen Wamſes. Das Alter hatte das Feuer ſeines Blickes nicht gemin⸗ dert. Wenn man ihn grade und feſt auf ſeinem Sattel zwiſchen den Bäumen hinreiten ſah, wurde das Herz der Waldbewohner erfreut und ſie ſagten:
„So lange unſer Herr lebt, giebt es noch einen Bretagner im Lande, und die franzöſiſchen Blutſauger mögen auf ihrer Huth ſein!“
Sie ſagten die Wahrheit. Der Patriotismus Nikolas Tremls war unbeugſam. Der immer zunehmende Verfall der Parthei der Unabhängig⸗ keit hatte, weit entfernt, ihm als Warnuug zu dienen, nur ſeine Hartnäckigkeit vermehrt. Von Jahr zu Jahr hörten ſeine Kollegen mit gerin⸗ gerem Beifall ſeine Proteſtationen an; allein er


