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Um ſich dieſen raſchen Verfall zu erklären, mußte man auf irgend eine heftige Krankheit oder den Angriff eines andauernden, moraliſchen Leidens ſchließen.
Für die Welt war übrigens dieſe Veränderung bei Weitem nicht ſo auffallend. Die Außenwelt ſah den Herrn Herzog nicht im Deshabillé.
Gegen Mittag warf er ſeinen Schlafrock ab und überließ ſich den Händen eines Perrückenmachers, der ihm wieder das Geſicht eines Mannes, von ſchwarzen Haaren umwallt, gab. Das währte lange: es gab viel Arbeit. Nach dem Perrückenmacher kam der Kammer⸗ diener, ein geſchickter Künſtler, der dieſe ſchlaffe Geſtalt auszuſtopfen und der eingeſunkenen Bruſtwand Wölbung zu geben wußte. Das währte wieder ſehr lange, denn der Herr Herzog trug einen eben ſo großen Lumpen⸗ vorrath bei ſich, wie eine Kokette, die in ihr vierzigſtes Jahr hinein galloppirt.
Aber zuletzt berechnet man die wohlangewandte Zeit nicht. Mit Hülfe ſolcher kunſtfertiger Bemühungen konnte der Herzog um die Stunde des Diners, alſo hübſch ausgeſtattet und mit einer künſtlich verfertigten Perrücke verſehen, bei Kurzſichtigen für einen Mann von fünfzig Jahren gelten.
Das diente ihm, den Stachel ſeiner Eigenliebe in ſeiner Rolle eines trägen Verführers abzuſtumpfen.
Wir nennen einen trägen Verführer jeden Lovelace, der, um ein Wild zu erlegen, dem Andere zu Fuße ohne Hörnerſchall und ſo heimlich als ſie können, nach laufen, eine Koppel Hunde und Jägerburſche braucht.
Der Herzog war ein fürchterlicher Jäger. Burot hatte die guten Eigenſchaften eines Leithundes. Sie hatten, Einer dem Andern helfend, in ihrem Leben höchſt namhafte Heldenthaten ausgeführt.
Dieſen Tag nun ſchien der Herzog keineswegs auf⸗ gelegt, ſich mit verliebten Tändeleien zu beſchäftigen. Ohne darauf zu achten, trug er heute in ihrer ganzen epiſchen Häßlichkeit das Runzelige, Abgeſpannte, Matte,


