Jalambot ließ die Ohren hängen und beeiferte ſich, ſeine Ehehälfte zu begütigen, indem er die Taſſe Kaffee bis an den Rand voll goß, doppelt ſo viel Zucker hin⸗ einthat, wie ſonſt, drei Viertel aus dem Rahmtopf in die Taſſe leerte, das Ganze tüchtig umrührte und dann ſeiner Nantippe hingab.
„Da, Schätzchen,“ ſagte er, ſchüchtern ſich dem Bette nähernd. 4
Mit Schelmenmiene nahm RNoxelane das Früh⸗ ſtück aus ſeiner Hand.
In demſelben Augenblicke erwachte ihr vierbeiniger Bettgenoſſe und ſing an zu miauen.
„Willſt Du auch frühſtücken, Murr, mein Feiſt⸗ chen?“ fragte ſie den Kater liebkoſend.
Da half nichts, der arme Jalambot mußte ſeinem Nebenbuhler den Morgenimbiß zurecht machen.
4 Erſt nachdem Rorelane und ihr Kater bedient, deß⸗ gleichen der Antheil für klein Louis in Sicherheit ge⸗ bracht war, durfte der vielgeplagte Ehegemahl an ſich ſelbſt denken und die Ueberreſte ſich zu Gemüthe führen....
Inzwiſchen eilte Romeo, von Sancta gefolgt, dem Hotel Maillepré zu.
Der Weg dahin war ſchnell zuruckgelegt. Eben als Romeo den Hammer des Thores aufheben wollte, flog Sancta, die hinter ihm ging, auf ihn zu und er⸗ griff ihn beim Arme.
„Was wollen Sie ſagen?“ fragte ſie....„Gaſton kennt ſie nicht, und Jean⸗Marie wird Sie nicht ein⸗ laſſen...
„Ich weiß, was ich Ihrem Bruder zu ſagen habe,“
antwortete Romeo, ſich lächelnd umkehrend.„Und Biot
iſt mein Freund, wir kennen uns ſchon lange, Fräulein. Der wird mich gewiß gut aufnehmen.“
Auf ein Zeichen Romeos wurde die Thüre geöffnet. Aber zum Unglück war der ehrliche Jean⸗Marie
nicht in ſeiner Loge.


