51
Nachdem der Forderung der Ehre vollkommen ge⸗ nügt und der Friede geſchloſſen war, ſetzten Croquignole und klein Louis ihre Spielpartie fort.—
Es mochte gegen acht Uhr ſein. Papa Jalambot machte ſeiner werthen Ehehälfte das Frühſtück zurecht, während Mama Jalambot unter den hohen Matratzen des ehelichen Bettes ſich gemächlich hin und her wälzte. Neben ihr auf der leeren Stelle Jalambot's lag ein feißter Kater und träumte.
Jalambot verabſcheute dieſen vierbeinigen Neben⸗ buhler aufs Aeußerſte, dennoch wagte er nicht, ihm auf den Pelz zu rücken, aus Furcht vor Roxelanens Hausbeſen.
Eben als Romeo an der Schnur zog, um ausgelaſſen zu werden, drohte die Milch zum Kaffee herzukvchen, weßhalb der Portier nicht ſogleich öffnen onnte.
„Hörſt Du nicht, Unglücklicher!“ grunzte die Lo⸗ genkönigin, die in uͤbler Laune erwacht war.
„Gleich, mein Püppchen, gleich!“ antwortete der Portier demüthigſt.
Das Thor wurde geöffnet. Romeo und Sancta gingen hinaus.
Inzwiſchen hatte Roxelane Zeit gehabt zu ſehen,
daß der junge Bildhauer nicht allein war.
„Was iſt das?“ fragte ſie. „Was das, mein Engelchen?“ „Die Perſon da mit Herrn Romeo....“ „Ich kenne ſie nicht, Schätzchen,“ flüſterte Jalam⸗ bot furchtſam. 0 „Du ſollſt ſie kennen!“ keifte Rorelane, purpurroth vor Zorn in die Höhe fahrend.„Biſt ſonſt zu Nichts gut.“ „ Aber Wertheſte....“ „Still! Du weißt nie, was Du viſſen ſollteſt!
Wozu biſt Du da?⸗
Rorelane legte ſich aufs Kiſſen zurück, während der feißte Kater ſchmeichelnd ſeinen Bart an ihrer hoch⸗ rothen Backe rieb.


