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Leben nur an Einer Hoffnung, einer einzigen Hoff⸗ nung!...“
8 Se ſind Sie unglücklich, auch Sie?, fragte Sancta theilnehmend. „,d nein! Seh ich doch Sie jeden Tag!’“
Er hielt ein und wurde roth, als fürchtete er, ſchon zu viel geſagt und die Gunſt des Schickſals, welches daß junge Mädchen zu ihm fuͤhrte, gemißbraucht zu
aben.
Aber Sancta ſchien nichts weniger als erzürnt, ihre reizende Stirn bewahrte nach, wie vor, die heitere Ruhe ihres engelreinen Gemüthes.
„Und wenn Sie fort ſind, hub er nach einer Weile aufs Neue an, ſeh' ich Sie doch noch?“
Damit ergriff er nochmals ihre Hand und führte ſie in das kleine Atelier des Nebenzimmers vor den ſei⸗ denen Vorhang, hinter welchem die Büſte ſtand. Er zog die Schnur und plötzlich wurde ſie ſichtbar.
„O, wie hübſch ich bin!“ rief Sancta, überglück⸗ lich die Hände zuſammenſchlagend.
Aber ebenſo plötzlich verſchwand die kindliche Freude wieder. Das Weib erwachte in ihr, glühende Röthe ſerſtog Stirn und Wangen, ſie ſenkte den Blick zur
rde.
Es entſtand ein tiefes Schweigen, während deſſen RNomeo dieß leibhafte Bild jungfräulicher Reinheit ent⸗ zückt anſah.
Als ſie die Wimpern erhob, rannen Zähren über ihre Wangen.
„Mein Bruder!“ rief ſie, die Hände faltend.... „Sie haben mich eine Weile den Bruder vergeſſen laſſen!....“
Romeo entzog ſich gewaltſam den ſüßen Träumen.
„Kommen Sie, geſchwind,“ rief er, ſeine Kaſimir⸗ bluſe mit einer bürgerlichen Kleidung vertauſchend.... „JIch will ihm folgen und ihn wie meinen Sohn bewachen.“
Der mannlich⸗kräftige Ernſt in der ganzen Haltung
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Pariſ. Liebſch. II.


