Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchn (1846)
Entstehung
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Lebewohl, Schweſter, Du holder Stern meiner dunkeln Lebensnacht! Lebewohl, Sancta, meine engel⸗ reine Freude, meine engelreine Liebe! Lebewohl.... Verzeihe mir!!

Plötzlich raffte ſie ſich empor aus ihrer ſtummen Verzweiflung und bemühte ſich, die Schlußzeilen des Briefes zu leſen..

Ja, ſie errieth das Wort, das nirgends im Briefe genannt war,.

Ein Duell! Was anders konnte gemeint ſein?

Unter den furchtbarſten Kämpfen ſchwand die Nacht und nahte der Morgen. Bald hatte ſie ſich auf's Knie geworfen im ſtummen Schmerze, bald ſich aufgerichtet um den Bruder zu wecken, zu bitten, z beſchwören.

Aber ſie kannte ihn und wußte, daß Alles nichts helfen würde.

In ſolcher Stimmung überraſchie ſie der Morgen. Heiter lächelte die Sonne ins Zimmer und goß ihr Hoff⸗ nung ins bekümmerte Herz. 5

Noch einmal warf ſie vor dem Kruzifir ſich nieder.

Ruhigen Blicks erhob ſie ſich, aber plötzlich ſank wieder ihr Muth und die Röthe der Scham ſtieg auf ihre Wangen..

Sie zog ihrs Stiefelchen an, erſt den rechten dann

den linken.... Eiine halbe Stunde ſpäter, während Gaſton noch ſchlief, eilte ſie die Treppe hinab. Biot öffnete die Thüre vermittelſt des Zuges ganz mechaniſch, ohne zu wiſſen was er that.

Mit Blitzesſchnelle flog ſie über die menſchenleeren Straßen hin, ihr Mantel flatterte im Winde.

Wenige Minuten, nachdem ſie das Hotel verlaſſen, ſtand ſie vor Nr. 26, ihrer alten Werkſtätte und klopfte

an die Thüre.

Zu wem wollen Sie? fragte der Thürhüter. Zu Herrn Romeo! antwortete Sancta.