Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchn (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schweißtropfen nach dem andern über die Stirn rann und ſein Mund Worte ohne Zuſammenhang ſtotterte.

Kaum hatte er den Kittel mit ſeinem glänzend ſchwarzen Anzuge vertauſcht, ſo fiel er auf's Bett nie⸗ der und bedeckte das Geſicht mit beiden Händen.

In dieſer Stellung überraſchte ihn Sancta; ſie weckte ihn mit einem zärtlichen Kuſſe auf die feuchte Stirn durch die geſpreizten Finger.

Mein Gott, was fehlt Dir, Bruder?.... Wohin willſt Du.

3 Gaſton richtete ſich plötzlich auf, ſtotterte einige Worte und ſenkte das Haupt wieder.

Sprich, Gaſton, was fehlt Dir..... ich bitte Dich... 1

Keine Antwort.

Gaſton, Gaſton, ſprich! und damit ſchlang ſie laͤchelnd ihren Arm um den Hals des Bruders.

Gaſton drückte ſie ſchweigend an das pochende Herz.

Dann ſprang er vom Bette auf und ſtürzte der Thüre zu.

Ich will Dir morgen Alles ſagen, liebe Sancta!

Ohne nach den Gründen ihrer Anweſenheit zu fra⸗ gen denn er hatte nur für Eines Sinn ver⸗ ſchwand er durch die Thüre.

Kaum war der Bruder hinaus, ſo erleichterte ſich ihr ſchweres Herz in einem Strom heißer Thränen. Dann ging ſie in ihre Kammer zurück und kniete vor dein Kruzifir nieder...........

Im Vorbeigehen an Biot's Loge rief Gaſton die⸗ ſem zu:

Wenn ich um fünf Uhr nicht zurück bin, ſo ſag', Du wüßteſt meinen Aufenthalt.

Soll ich lügen, gnädiger Herr? flüſterte Biot erröthend.

Ja, um Sancta's willen!