Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Und Nichts iſt natürlicher, als dieß. Ein Gegenſatz ruft den andern hervor, eine Uebertreibung die andere. Es darf uns daher nicht wundern, daß in unſerem Jahr⸗ hunderte, wo die Ehe ſo manchen erbitterten Angriffen von Seiten eigennütziger Gegner ausgeſetzt iſt, das an⸗ dere Extrem ſich geltend macht und das längſt entſchla⸗ fene Dogma der Manichäer aus ſeinem Grabe von Neuem erſteht.

Wir hegen nicht den geringſten Zweifel gegen die CEhrlichkeit dieſer Kreuzritter wider die heilige Satzung der Ehe; vielmehr ſind wir überzeugt, daß ſie aus Ueber⸗ maß von Tugend eifern. An ihrer Spitze ſteht ein be⸗ rühmter Dichter, der ſich für ſeine Leiſtungen mit dem akademiſchen Stuhle belohnt weiß. Aber das Gift bleibt Gift, in wie lieblicher Geſtalt es ſich auch zeige. Daher glauben wir jeden Wohlmeinenden berufen, dieſen neuen Tempel, welchen achtungswerthe Hände aus Mißverſtand dem eyniſchen Anubis erbaut haben, durch ein Warn⸗ zeichen kenntlich zu machen....

Uebrigens bemerken wir, daß man nicht die Form, ſondern das Weſen und den Zweck der Ehe verwirft, wie das Evangelium dieſer menſchenfeindlichen Re⸗ ligion, der Roman einer Prieſterin dieſes Tempels, in ſehr beredten Worten dieß deutlich ausgeſprechen hat.

ſMdan darf heiraten, aber weder Gattin noch Mut⸗ ter ſein.

Diana beging alſo keinen Widerſpruch, wenn ſie Herrn von Baulnes, der ſterblich in ſie verliebt war, ihre Hand reichte. Obgleich ſie ihn auf keine Weiſe von ſich abſtieß, hätte man doch Alles gewettet, daß er ihr vollkommen fremd ſei. 3

So trafen ſich denn in der Loge der Frau von Varannes ſechs Perſonen, die, abgeſehen vom Marquis von Maillepré, der nicht zur Familie gehörte, durch die engſten Bande des Blutes vereinigt waren, und dennoch herrſchte der größte Zwang unter ihnen, etwa mit Aus⸗ nahme der guten Frau von Pontlevau, die ſich nie