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„Sie ſind doch ein treuloſer Geſelle!“ erwiderte Lucinde, der Einladung des Doctors folgend.„Ich bitte Sie um des Himmels willen, wie brachten Sie es über das Herz, an dem beſten Freunde ſolchen Ver⸗ rath zu üben?“
Julian entgegnete:„Ich denke, er wird meinen Ver⸗ rath ſegnen! Glauben Sie, Lucinde, daß wir auf dem Wege der Ueberredung ſo leicht zum Ziele gelangt wären? Nur der Widerſpruch reizt. Indem ich mich auf Seite des abgeſchmackteſten Verſtandes ſtellte, em⸗ pörte ich das warme Gefühl des Vaterherzens, und erleichterte dieſem den Sieg. Können Sie mir um dieſer Kriegsliſt willen zürnen?“
Die Hand Lucinden's ſtützte ſich feſter auf Julian's Arm.„Wunderlicher, ungewöhnlicher Mann!“ dachte ſie ſich; aber ſie ſah ihn nur freundlich lächelnd an und erwiderte keine Silbe.
Wenige Wochen, und alle Räume des Fabrikge⸗ bäudes prangten im feſtlichen Schmucke. Es galt dem Einzuge der Braut, der künftigen Herrin des Hauſes. Die Arbeiter im Sonntagsſchmucke ordneten geſchäftig die letzten Kränze und Gewinde in der Vorhalle, und ſelbſt Meiſter Ebenſtreit, des Hauſes Senior, trippelte in den Gängen und Zimmern umher, hielt Nachſchau und ordnete dies und das an. Auf ſeinem Geſichte


