Baſe, wie ſich die Müllerin von ihr nennen läßt, eine neue Heimſtätte fand. Die treffliche Frau hat mir unter vier Augen ge⸗ ſtanden, daß ihr das Mädchen wie„ein wildes, ſcheues Füllen“ über den Hals gekommen ſei. Aber ſie habe ſofort den tüchtigen Kern unter der Hülle entdeckt und 5 nun ihr ganzes Erziehertalent verſchwendet, um alle die wilden Triebe und dornigen Schößlinge zu ent⸗ fernen, die das zierliche Stämmchen verunſtalteten. Mit Gottes Hülfe und mit dem Beiſtande des ſeligen Can⸗ tors— nach ihrer Schilderung ein wahres Pracht⸗ und Muſterexemplar von einem Cantor— ſei ihr das auch gelungen, und nun könne ſich die Cili füglich mit jeder 3 Stadtjungfer meſſen und ſei ein Kind ganz nach ihrem Herzen!
Und wahrhaftig, Theobald, wenn ich alle meine Erfahrungen zuſammennehme, ich finde kein Bild, das einen Vergleich mit Cili aushielte. Du, der Du mich immer als allzu ſpröde gegenüber dem Frauenreize ſchalteſt, wirſt mich wohl jetzt nicht eines übereilten und befangenen Urtheils zeihen, wenn ich Dir einen 4 flüchtigen Schattenriß von dem Mädchen mittheile. Am wenigſten mag ſich Cili ihrer Größe rühmen. Sie ge⸗ hört zu jenen mittlern Mädchengeſtalten, die gerade nicht auffallen. Ihre ſchlanke, von der richtigen Fülle


