2 „
Wege ihm anheim zu ſtellen, und ſeiner
weiſen Fuͤhrung ſich allein zu uͤberlaſſen. So war es denn auch jetzt mit Ufo und ſeinem treuen Kuno. Erſterer flehte auf s Neue um des Ewigen Beiſtand und Segen und Kuno ſtimmte neu geſtaͤrkt ein freudiges Liedchen an und ſo, jeder ſeinen Gedanken nachhaͤngend, hatten ſie bald die Zinnen des Schoͤnberges weit im Ruͤcken.
Um Mittag des andern Tages erreichten ſie ſchon den Gau, in welchem ſich die hohe Burg Lindenfels in majeſtaͤtiſcher Pracht er⸗ hob. Ufo'n durchrieſelte bei ihrem Anblick ein leichter Schauder.
Fruͤher war der Himmel heiter und klar geweſen; hier aber umzog er ſich plötzlich mit ſinſterer Nacht. Kalter Regen und dicke Schloßem vom ſchrecklichſten Sturmwinde gepeitſcht, hemmten ihrer Roſſe Tritte. Üüber⸗ all, wohin das Auge ſich wandte, krachten hundertzaͤhrige Eichen, bogen ſich die Spitzen der jungen Buchen zur Erde. Selbſt um Boden raffte der kreiſelnde Wirbelwind ab⸗
gefallenes Laub, Baumaͤſte und ſogar Steine 5
13


