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. D r. Joachim Cratz, ein Rechtsgelehrter zu Prag, ward dort am 12. Februar 1630 verhaftet, weil er ſich im 3ojaͤh⸗ rigen Kriege als politiſcher Horcher hatte ertappen laſſen. Er ſchlich ſich nehmlich mit in die Verſammlung der evangeliſchen Staͤnde zu Leipzig, welche dort uͤber Maßregeln gegen das bekannte kai⸗ ſerliche Reſtitutions⸗Edikt ſich berathſck la⸗ gen wollten. Ehe man aber zu den Delibera⸗ 8 tionen ſchritt, zaͤhlte man die Deputirten. Dr. Cratz, welchen Einer der Anweſenden erkannt hatte, ward uͤberzaͤhlig befunden und ſogleich nach dem Schloſſe zu Hohnſtein, drei Mei⸗ len von Dresden, den 27. Oktober 1632 aber auf den Koͤnigſtein geſchafft, mit dem Befehl an den Kommandanten, dem Gefangenen Din⸗ te und Feder nie zukommen zu laſſen. Erſt nach dem weſtphaͤliſchen Frieden(im Februar 165⁰) kam er wieder auf freien Fuß, und ward vom Kaiſer fuͤr 19jaͤhriges Gefaͤngniß in den Adelſtand und zum Apellationsrathe in Prag er⸗ hoben. Sein Wahlſpruch war und blieb ſeit ſeiner Verhaftung. Hören iſt wohl gums Gach'“, Horchen bringt manch Ungemach, Ob man gleich horchet fürs Vaterland, Geräth man doch oft in Elend und Schand“, Drum prägt euch wohl die Lehre ein: Ein Hörer, doch nimmer ein Horcher zu ſeyn.
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