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Buͤcher⸗Freunde..
Der Gelehrte, auch der bloße Freund der
Lektuͤre, nennt ſeine Buͤcher, wenn er ſo recht gemuͤthlich von ihnen ſprechen will, ſeine Freunde. Einen paſſendern, erquickendern Ausdruck dafuͤr giebt es wohl nicht; denn Buͤ⸗ cher vereinigen in ſich doch wahrlich Alles, was man nur von Freunden erwarten, wuͤnſchen, fordern kann.
Buͤcher belehren nehmlich, troͤſten und unterhalten— ſie bewirken Weinen und Lachen — ſie ſtaͤrken zu Thaten und wiegen in Schlum⸗ mer— ſie ſprechen, wenn man will— ſie ſchweigen, wenn man will— ſie kommen, wenn mah ſie ruft— ſie gehen, wenn man ihrer ſatt iſt— ſie vertragen Widerſpruch und Tadel, ſey er gegruͤndet oder nicht— ſie kleiden ſich, wie man es verlangt— ſie bleiben ruhig auf der Stelle, die man ihnen anweiſet— ſie ſchwatzen nicht aus der Schule— ſie achten nicht Rang und Stand, ſie bleiben wie ſie ſind, und ihre Jahre nehmen oft in Jahrhunderten kein Ende— ſie haben, und wenn ſie gar nicht mehr vermoͤgen, dem Zahne der Zeit zu wider⸗ ſtehen, doch immer noch ſo viel Kraft in ſich,
Stoff zu geben, zur Schoͤpfung aͤhnlicher Freunde. II. Bändch. 9


