Hof ein Namenstag, Geburtsfeſt, Ordensfeſt oder ſonſt dergleichen gehalten, ein Fremder empfangen und hundert dergleichen Tage des Jahres gefeiert, dabei man gern den Prinzen ſehen will und ihm dadurch Zeit und Gemuͤth verderbet und zerruͤttet. Gemeiniglich wird auch die Wahl eines Informators uͤbel getroffen, weil ſolchen bald der Hofprediger, bald die Kammerfrau, bald die Maitreſſe, bald dieſer, bald jener, vorſchlagen, welche mehr auf ihre Verwandten oder ihren Eigennutzen, als das Beſte des Prinzen zu ſehen pflegen. Oefters nehmen auch die groͤßeſten Miniſter denjenigen am allerwilligſten zum Informator an, der es an Unart, Unverſtand, Einfalt und Dummheit andern zuvor thut; weil nehmlich die erſtern glauben, daß es ihnen am zutraͤglichſten ſey, wenn der Prinz nichts lerne, folglich ſich nach dem Bedienten ſchlechterdings richten und Ja ſa⸗ gen muͤſſe. Und geſchiehet es durch ein Wunder⸗ werk, daß man einen guten Informator an⸗ trifft, ſo arbeitet alles daran, daß deſſen Cre⸗ dit nicht beſtaͤndig ſey. Da geben Lakaien, Pa⸗
gen, Kammerjunker und Kammerdiener auf deſ⸗ ſen Tritte und Schritte, Mienen und Geber⸗ den Acht. Bald kann der Kerl keinen rechten Reverenz machen— bald ſitzt ihm die Peruͤcke
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