— 34— be des Tages; diesmal aber iſt's die neunte⸗ Denn obſchon kein großes Feſt in große Unruhe uns verſetzte, mehr als gewoͤhnlich ſind doch die alten Maſchinen in Umlauf gekommen, vorzuͤg⸗ lich angegriffen aber die Springfedern der ſo ziemlich abgelaufenen Uhr alter Ordnung und Sitte, die Nerven.— Kinder, Enkel, Freun⸗ de druͤcken uns bei dem Abſchiede zur auten
Nacht, unter tauſend Segenswuͤnſchen, die Haͤn⸗
de; Worte vom letzten Abſchiede, von der letzten guten Nacht, vom Hingange nach
Jenſeits fließen mit unter. Spat und leicht— fluͤſtert Eines hie, Eines da— mei⸗
ne alte Hausehre faͤngt an zu weinen— mir bricht auch das Herz, denn ich habe ja kein
ſteinernes; doch laſſ ich mir es nicht merken,
wenigſtens durch Thraͤnen nicht— Mit Freu⸗
de und Dank ſoll der goldene Jubeltag
beſchloſſen werden, nicht mit Jammer— darum werde ich zum Dichter aus dem Steg⸗ reif, meine Hausehre alſo anſingend: Fort, Mütterchen! ach! fort mit Tod und Grab
In dieſer ſchönen Stunde—
Nur mit der Freude ſteh'n wir heut' im Bunde,
Iſt er gleich morſch, der alte Wanderſtab,
Wird er— ſo Gott wilt— doch noch etwas halten—
Drum weg mit Stirn⸗ und Herzensfalten!


