Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1821)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

te man dieſen vergebens in und außer der Chriſtiansburg.

Endlich erzaͤhlte ein daͤniſcher Junker Knut Jarlſen, der im Gefolge der Kurprinzeſſin, welche aus Daͤniſchem Koͤnigsblute ſtammte, dem Feſte beigewohnt hatte, daß er vor einigen Stunden ſchon Grunau im aͤußerſten Vorzim⸗ mer geſehen, wie er taumelnd die Thuͤre ge⸗ ſucht, aber nicht wuͤrde haben finden koͤnnen, wenn er ſie ihm nicht gezeigt.

Weiter war nichts von dem abhanden ge⸗ kommenen Pagen zu ergruͤnden, fuͤr langes Suchen aber Niemand ſonderlich geſtimmt, weil Jeder die Folgen der naͤchtlichen Freude in den Gliedern ſpuͤrte, und man ohnedem des Pagen Verſchwinden irgend einem galanten Abentheuer zuſchrieb, welchem auf den Grund zu kommen kein kluger Menſch ſich berufen fuͤhlte.

So ging denn alles zur Ruhe, doch nur auf kurze Zeit; denn kaum graute der Tag, da ward wieder Leben in der ganzen Burg, weil der vermißte Page, und zwar an einem Orte ſich gefunden, wo man keine unpaͤßliche Katze, geſchweige denn einen kurfuͤrſtlichen Edelknaben geſucht haben wuͤrde.

Eine Schildwache nehmlich hatte den holden Schlaͤfer im gitterloſen Felſenbette entdeckt und