277
Zimmer, wo eine Wolke und der mächtige Regen ihr Fenſter verdunkelte, gedachte der Zukunft und rang um Geduld. Konnte die arme Maggie je an⸗ ders als durch Ringen Ruhe gewinnen?
Und am dritten Tag, demſelben, deſſen Schluß wir ſie haben überwachen ſehen, war der Brief an⸗ gelangt, der vor ihr auf dem Tiſch lag.
Der Brief war von Stephen. Er befand ſich nicht mehr in Holland, ſondern, ſeinen Angehörigen unbewußt, wieder in Mudport, von wo aus er ihr geſchrieben und ſeine Zuſchrift einer vertrauten Per⸗ ſon in St. Oggs beigeſchloſſen hatte. Das Schrei⸗ ben war vom Anfang bis zum Ende ein leidenſchaft⸗ licher Schrei des Vorwurfs, eine Aufforderung, nicht nutzlos ihn und ſich ſelbſt zu opfern, eine Wider⸗ legung der vermeintlichen Pflicht um einer bloßen Idee willen, nicht aber wegen weſenhafter Zwecke, die Hoffnungen des Mannes zu knicken, den ſie liebte und der ſie wieder liebte mit jener überwältigenden Leidenſchaft, die der Mann nur einmal in ſeinem Leben dem Weibe zu widmen vermag.
„Man hat mir geſchrieben, daß Sie den Doctor Kenn heirathen werden. Als ob ich dies glauben könnte! Vielleicht hat man Ihnen auch ſolche Fabeln von mir mitgetheilt, vielleicht Ihnen ge⸗ ſagt, ich ſei auf Reiſen“. Mein Körper hat ſich wohl irgendwo herumgeſchleppt; ich aber bin nie von dem häßlichen Platz fortgekommen, wo Sie mich verließen, wo ich auffuhr aus der Betäubung einer hilfloſen Wuth, um zu finden, daß Sie fort waren.
„Maggie, welcher Schmerz wäre dem meinigen


