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und eine für die„morſchen Wahlflecken“ ſchwärmende Violine wäre ſicherlich in ſchwere Verſuchung gekom⸗ men, in höchſt demoraliſirender Weiſe mit einem zur Reform ſchwörenden Violoncell zu fraterniſiren. Im vorliegenden Fall glaubten der zeiſigkehlige Sopran und der volltönige Baß, wenn ſie ſängen:
„Dir zur Seite ſchwimmt in Freude mir das Herz; Dir gewidmet iſt mein Leben,“
es habe all dieß ſeine volle Wichtigkeit, blos weil ſie es ſangen.
„Und nun das Recitativ Nro. 12 von Raphael,“ ſagte Lucie, als ſie mit dem Duett zu Ende waren. „Sie geben die„Laſt der Thiere, welche den Boden drückt“, vortrefflich.“
„Ein ſchönes Compliment,“ verſetzte Stephen, auf ſeine Uhr ſehend.„Wahrhaftig, es iſt faſt halb zwei Uhr; aber dieß kann ich ſchon noch ſingen.“
Stephen trug mit bewundernswürdiger Leichtig⸗ keit die tiefen Noten vor, welche den Tritt der ſchweren Thiere verſinnlichten; doch wenn ein Sän⸗ ger ein Auditorium von zweien hat, ſo gibt es Ge⸗
legenheit zu getheilten Anſichten. Minnie's Herrin war
begeiſtert, Minnie ſelbſt aber, der ſich mit dem Be⸗ ginn der Muſik zitternd in ſeinen Korb verkrochen hatte, fand dieſen Donner ſo wenig nach ſeinem Geſchmack, daß er wieder herausſprang und unter das entlegenſte Krempeltiſchchen ſich verkroch, als ſei dieß für einen kleinen Hund der allerbeſte Platz, um den Einſturz der Welt abzuwarten.
„Adieu,„holde Gattin“,“ ſagte Stephen, als er nach Beendigung des Geſangs ſich auf der Bruſt den


