den General Cuſtine verwünſchte, daß er ihren Theezirkel geſprengt, und die lieben Abendfreunde verſcheucht habe. — Das iſt lieb von Ihnen, Herr Baron, daß Sie bei der alten Andacht bleiben! ſagte ſie mehr als einmal dem jungen Freunde, wenn er kam. Nein, die Revolution ſoll doch nicht alle Altäre umſtoßen. Gleich ſollen auch die Kerzen angezündet werden und die Orgel des Waſſer⸗ keſſels ſpielen.
Forſter hatte den Profeſſor Dorſch geſprochen, der von Straßburg unerwartet eingetroffen war. Er und Thereſe äußerten ſich mit Wohlwollen über den geiſtrei⸗ chen Mann, den ſie von früher kannten. Franz Karl wußte nur Unbeſtimmtes von ihm aus der Zeit, da der⸗ ſelbe an der Univerſität in Mainz geſtanden.
Damals werden Sie freilich, und gerade in Ihren Kreiſen, nicht das Beſte von ihm gehört haben! ſagte Forſter. Ich will auch dem eiteln, mitunter etwas leicht⸗ fertigen Charakter dieſes ehemaligen katholiſchen Geiſtlichen das Wort nicht reden. Schon als Kaplan in Findheim ſoll er ein luſtiger Kumpan geweſen ſein, und Paris, wohin der Kurfürſt ihn zum Studium der Philoſophie ſchickte, war der Ort nicht, einen ſolchen jungen Mann ernſter und gediegener zu machen. Wenigſtens erzählte man ſich nach ſeiner Rückkehr eine ärgerliche Geſchichte von der jungen Witwe eines Kaffeewirthes, die er in unglück⸗ licher Lage treulos verlaſſen habe. Doch all' dergleichen Geſchichten kamen eigentlich erſt ins Publikum, als die hieſigen Pfaffen den jungen Profeſſor weder mit Verſpre⸗ chungen noch mit Drohungen von der ihnen verhaßten kantiſchen Philoſophie abbringen konnten. Der deutſchen


