Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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durch die Furcht vor dem Eindruck, den ſolche vorausge⸗ hende Abſtimmung des angeſeheneren Theils der Bürger⸗ ſchaft auf die Zünfte und das Landvolk machen könnte. Sie hatten, um den möglichen Einfluß auf die Entſchlie⸗ ßung derſelben abzuwenden, verſchiedene Reden vorbereitet, wodurch die Anſichten der Kaufmannſchaft widerlegt, und, ſo zu ſagen, die Republik gerettet werden ſollte.

Dieſe Verhandlung ſtand heut auf der Tagesordnung, ein Gegenſtand, der freilich die lebhafteſte Theilnahme der beſorgten wie der neuerungsſüchtigen Mainzer erregen mußte. Man drängte ſich daher ſchon vor der gewöhnlichen Abendſtunde auf die Galerie des Akademieſaals im neuen Schloßflügel. Auch Baron Franz Karl, der ſich wieder einmal zu einem ſolchen für ihn wenig anziehenden Be⸗ ſuch entſchloſſen hatte, kam zeitig genug, um ſich in ſehr befangener Stimmung den Eindrücken der Umgebung zu überlaſſen. Es war für ihn immer eine eigene Em⸗ pfindung, von da oben hinabzuſchauen, wohin er ſonſt vom gebohnten Eſtrich des prachtvollen Saales emporge⸗ blickt hatte. Nun ſtand er hier, ſelbſt ein Zuſchauer deſ⸗ ſen, was da unten, wo ſonſt Adel und Anſtand geherrſcht hatten, Ungehöriges und nicht ſelten Ungebührliches vor⸗ zugehen pflegte. So glaubte wenigſtens der junge Freund, und die lärmende, zügelloſe Art, wie ſich im Saale die Clubiſten und auf der Galerie die Zuſchauer einfanden, verſcheuchte ihm alle jene, in ſeiner erſten Hofbegeiſterung empfangenen Eindrücke feierlicher Stille und hoher Er⸗ wartung, alle Erinnerung an die ſchönen und glanzvollen Feſte, deren ſtolzer Mitgenoß er beſonders im letzten Win⸗ ter geweſen war. Dieſe Eindrücke dauerten fort, auch