Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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es ja Keiner, ſich dieſer edeln Pflicht zu entziehen! Ich will euch gewarnt haben. Einige Brücken ſind ſchon abgeworfen, kleine Pikets ausgeſtellt, und wehe dem Bürger, der auf ſchnöder Flucht betreten wird! Auf denn, ihr meine Brüder! Schließt euch eng an ein⸗ ander, und ſchützt mit Muth und Blut eure alte Vater⸗ ſtadt und das ehrwürdige Bollwerk des heiligen römiſchen Reiches!

Auf dieſen etwas theatraliſch vorgetragenen Zuſpruch erfolgte von der Fauſt des Rheinmeiſters ein dröhnender Schlag auf die Seſſionstafel und aus roher Weinkehle das Wort:

Heilige Donnerwetter! Habt ihr's gehört, ihr Mainzer? Brüder hat uns Se. Exeellenz genannt, Brüder! Iſt das jemals erhört geweſen, und nicht rüh⸗ rend, ihr Männer? Aber, daß ihr nun auch befolgt, was Seine Excellenz verlangt! Wahrlich und Gott! Ein Donnerwetter ſoll den erſchlagen, der nicht folgt und pünktlich thut, was unſer Herr Bruder Excellenz

befiehlt!

Nur ein kicherndes Lachen des Profeſſors Dietler ward vernommen. Eine mißbilligende Unruhe entſtand ſogleich, und Alles blickte mit Murren und Unwillen nach dem Lacher um. Dieſe Bewegung benutzte der lange hagere Zollcontroleur Horix von der Rheinbrücke, drängte ſich mit Eifer durch die Menge vor, und auf den Zehen über alle Köpfe geſtreckt, rief er aus gewohnter Dienſtbefliſſen⸗ heit und mit winkenden Armen:

Herr Hofkanzler! Ich kann Eurer Ercellenz und Gnaden melden, daß Dero Gepäck und Bagagewagen