Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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Frommont brachte eine Scheere herbei, und ſchnitt die Kammerherrnſchlüſſel mit den goldenen Litzen und Quäſt⸗ chen ab. Franz Karl ſteckte ſie ein, gab dem Diener zwei Dukaten und kehrte zu ſeinem Wagen und in ſeine Woh⸗ nung zurück.

Hier, während unſer Ex⸗Bräutigam in der ſonder⸗ baren Stimmung einer von Grollwölkchen durchzogenen Herzensheiterkeit ſich umkleidete, fand ſich Jean Baptiſt, der ſchöne Schiffer, ein, um der Baroneſſe, die er ſich bei dem Geſinde erfragt hatte, eines ſeiner Schiffe anzubieten, falls die gnädige Herrſchaft ebenfalls wie er ſich aus⸗ drückte emigriren wolle. Sehr bewillkommt mit ſeinem Anerbieten ſagte er in ſeinem treuherzigen Ton, wozu er ſich einige cavaliermäßige Geberden angewöhnt hatte: G Sehen Sie, ich kann nicht Schiffe genug ſchaffen! Alles will noch heut fort, als ob kein Morgen und Ueber⸗ morgen mehr vom Himmel fallen ſollte. Sie werden nach dem rheingauer Schlößchen flüchten? Das iſt mir lieb: dort bin ich früher oft geweſen und weiß Beſcheid. Wenn Sie hätten weit wegziehen wollen: hätten Sie kein Schiff von mir gekriegt, gnädige Baroneſſe! Wiſſen Sie auch warum? Weil ich das Heimweh nach Ihnen gekriegt hätte! So aber, und weil ich doch gewiſſer⸗ maßen in Ihrem Dienſt ſtehe, von wegen der feuer⸗ rothen Kokarde, die Sie mir da ans Ohr geſteckt Wiſſen Sie? 1

Nur manierlich, Jean Baptiſt! warnte die Baroneſſe zürnend, aber doch zugleich erröthend, als eben die Mut⸗ ter herantrat. Die Baronin vernahm nun des Schiffers