Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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19 Fahrwegs. Vom Hauſe her, durch den weißen Vorhang des offenen Fenſters, klang die Stimme Gertrudens, die ihren Knaben in Schlaf ſang, und vom Rhein herauf hallten zuweilen die dumpfen Wechſelrufe der Flößer, die ihre kleine Welt ſchwimmender Güter und Häuslichkeit nach Holland hinablenkten. Erinnerung und Hoffnung regten und miſchten ſich bei dieſen Fernlauten in Garz⸗ weiler's Bruſt, und ſtimmten ihn zu folgender Betrachtung, die er leiſe vor ſich hin ſprach:

Eine trauliche Stunde geht um die andere vorüber, und ich komme noch immer nicht zu dem Bekenntniſſe, das mich mit heimlicher Gewalt hierher trieb. Geſtern Abend, als wir drunten im Abſchimmer des Stromes nebeneinander ſaßen, Gertrud mir von ihrem Glück und Kind erzählte, und mit Thränen im Auge, das ſonſt ſo reſolut in die Welt lacht, mir für all' das Liebe und Gute dankte, das ich zu einem kleinen Paradies um ſie her gebreitet hätte: warum ließ ich dieſen Augenblick vor⸗ übergehen, da ich ihr hätte zurufen können: Danke mir nicht, Gertrud, ſondern genieß' es deinem Vater zur Wonne, du meine Tochter! Ja, du biſt es, Herzens⸗ mütterchen deines Engels Nazi, meines Pathen und meines Enkels! Welche kindiſche Befangenheit aus fal⸗ ſchem Stolze! Ja, beim Himmel, das iſt es und nichts Anderes! Blos falſcher Stolz, Pfaffenheuchelei! Wol war eine Zeit, da ich um meines Rufes und um meiner Zukunft willen Gertrudens Geburt, oder vielmehr meine Vaterſchaft vor der Welt verheimlichen mußte, und ich empfand die lebhafteſte Zufriedenheit, als es mir auch mit Verſtand und Glück gelungen war. Ein früher Ehrgeiz

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