Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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aufgeräumte Fürſt, Dinge am Himmel und im Him⸗ mel! Wir haben eine merkwürdige Conſtellation, Frau Couſine! Und Sie ſelbſt müſſen die Erde vorſtellen; denn es rücken lauter Planeten zu einer himmliſchen Ver⸗ bindung zuſammen. Sehen Sie, Mars will mit Ve⸗ nus in Conjunction treten, und der alte Jupiter wirft nickende Strahlen ſeiner Augenbrauen. Ha, ha! Die gnädige Couſine iſt etwas perpler. Wir müſſen uns durch ſprechende Action erklären. Auf denn! edler Mars und rücken Sie gegen Venus vor! Gräfin Erde, ſtellen Sie ſich einmal hierher!

Franz Karl, von der huldvollen Laune des Kurfürſten vollends exaltirt, fühlte ſich wie auf einer Bühne. Es war ihm nicht anders zu Muth, als daß er ſeine Rolle zum Beifall ſeines Fürſten geſchickt durchführen müſſe, und nicht wieder eine Antwort ſchuldig bleiben dürfe. Von Joſephinens reizendem Erröthen entzückt und hingeriſſen, trat er mit einer Liebeswerbung hervor, die bald durch ſelbſterweckte Rührung aus dem Hofton in den Herzens⸗ ton fiel. Die niedergeſchlagenen Blicke der Comteſſe, ihre kleinen, zuckenden Hände drückten eine Hingebung aus, bei der das Mädchenherz nicht unbetheiligt war. Franz Karl kniete vor ihr nieder, wie ein Schäfer im Koſtüm; Joſephine neigte ſich ihn aufzurichten, und eine Um⸗ armung war da, wie man einen plötzlichen Schwindel bekömmt. Jupiter und Erde warfen einander bedeutende Blicke zu.

Wie charmant es ſich fügt, liebe Gräfin Couſine, rief der Kurfürſt, daß zur Krönung des neuen Kaiſers eine Coudenhove als Braut zieht, deren Familie bei der letzten