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Hier lebte er einen heitern Sommer im trauten Um⸗ gang mit der liebenswürdigen Familie ſeinen alten Stu⸗ dien, bis er mit Empfehlungen des Grafen nach Berlin
ging und ſich an der neugegründeten Univerſität habi⸗
litirte. Und ſpäter, als nach der großen, glücklichen Er⸗ hebung des Vaterlandes Graf von Bülow nach Preußen
zurückberufen wurde, war einer ſeiner erſten Beſuche bei Freund Hermann. Als er mit ſeiner Gemahlin dort ein⸗
. trat, ſaß der Herr Proſeſſor mit— Lina am Flügel. Sie ſangen, jetzt mit vollen Stimmen:
Mit dir, mit dir iſt Seligkeit das Leben,
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. und ein kleiner Ludwig Teutleben zappelte dazu am Arme der Großmutter Wittich— wenn auch nicht gerade
— im Tact. Und als das„ſelige“ Paar jubelnd aufſprang, den überraſchenden Beſuch zu begrüßen, ſagte Frau von Bü⸗
low mit ihrer alten liebenswürdigen Schalkheit:
Alſo, lieber Freund, haben Sie doch endlich die rechte 3 Lina gefunden, die Ihnen—„jut“ iſte*
Ja, Gräfin, ja! rief er. Und— ſehen Sie, da iſt auch ſchon wieder Einer—„im Flügelkleide. Er hob ihr ſeinen Knaben entgegen. Nun, nun, lachte ſie, wie lange wird's dauern, daß er„in die Mädchenſchule jeht“.
Und ſodann, gnädige Gräfin, die hohe Schule der Frauen bezieht. Möge er darin beſtehen, wie ſein Vater! 3
Der eitle Mann meint, weil er da die erſte Prä⸗


