41
gen Gaſte die Hand bot. Hermann ergriff ſie lebhaft, dankte und verſprach vorſichtig zu ſein. Er war nach⸗ denklich geworden bei dieſem Vorausblick in das caſſeler Leben, und kehrte in dieſer Stimmung lieber auf ſein Zimmer zurück. Hatte vorhin der Rückblick auf eine heitere Pilgerfahrt ſein Herz aufgeregt, ſo erſchien ihm jetzt die nächſte Zukunft für ein ungebahntes Unternehmen bedenk⸗ lich genug. Er kannte ſich ſelbſt hinreichend, um ſich auf eigene Vorſicht und Klugheit nicht ſehr zu verlaſſen. Sei⸗ nen unbeſtimmten Beſorgniſſen lieh die eingebrochene Däm⸗ merung ihre ängſtlichen Schatten. Er foderte Licht und packte, Zerſtreuung ſuchend, Einiges von ſeinen mitgebrach⸗ ten Büchern aus. Es waren Schriften von Goethe und Fichte, von Schelling, Tieck und Novalis. Das Büchlein von Steffens über die Idee der Univerſitäten fehlte nicht. Aber weder Dichtung noch Wiſſenſchaft fanden zu dieſer Stunde Anklang in ſeiner Stimmung, bis hinter dem Nachtmahl und einigem Nachträumen her zuletzt die Er⸗ müdung des Tages einen guten Schlaf herbeiführte, der allen Mismuth und Zweifel, alle Aengſtlichkeit vor dem wirklichen Leben der großen Geſellſchaft auszugleichen verſprach.


