Druckschrift 
Sophie Printems. 2. Bd.
Entstehung
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Von Ihnen ſelbſt!

Von mir geſtohlen! wiederholte Herr. Dog⸗ mann.Wiſſen Sie auch, was Sie da ſagen, Herr Baron?

Vollkommen. Wohl entſinne ich mich noch, als ob es geſtern geweſen wäre, daß ich Ihnen dieſe Wechſel gab, damit Sie dieſelben discontiren laſſen möchten; es war in einem Augenblicke, wo ich Geld brauchte. Inzwiſchen bin ich verreist, ohne daß Sie mir das Geld gebracht oder die Wechſel zurückgegeben hätten. Ich hatte Vertrauen zu Ihnen. Es iſt mir keinen Augenblick eingefallen, dieſe Pa⸗ piere von Ihnen zurückzuverlangen. Und daran habe ich Unrecht gethan, da ich nun ſehe, welch' fatalen Gebrauch Sie davon machen.

Mit dieſen Worten nahm Herr von Merey auf dem Kaminſims den Schuldſchein des Bankiers, und fuhr, indem er ihn in der linken, den Wechſel aber in der rechten Hand hielt, alſo fort:

Soll ich Ihnen zeigen, was ein ehrlicher Mann iſt? Ich brauche dieſe Wechſel, die mir gehören, nur zu zerreißen und dieſen Schuldſchein zu behalten was ich mit gutem Gewiſſen thun kann, um Sie zum Zahlen zu zwingen; indeſſen glaube ich, daß das Geld eines Spitzbuben nur wenig Glück bringt, und darum will ich es nicht. Sie ſtehlen mir, Herr Dogmann, nicht allein fünfzigtauſend Franken, ſondern auch ein Jahr von meinem Leben, und zwar das beſte, weil letzte. Möge Gott das⸗ ſelbe Ihrem Leben beifügen und mögen Sie dabei proſperiren, aber ich erlaube mir, hieran zu zweifeln. Herr von Merey nahm den Schuldſchein ſammt