184
„Ja, ja, Herr Dogmann, Ihnen geliehen. Nun aber ſind Sie, theuerſter Herr, mein alleiniger und letzter Schuldner.“
„Verzeihen Sie, Herr Baron, aber ich glaube, Sie irren ſich.“
„Wie!l wertheſter Herr Dogmann, muß ich Ih⸗ nen das Gedächtniß ein bischen auffriſchen? Nichts für ungut, aber es ſcheint mir das Gefühl bei Ihnen ſich in einem Zuſtande der Lethargie zu befinden; indeſſen können wir, wenn Sie es durchaus wollen, ein bischen von der Vergangenheit reden, damit unſere gegenwärtige Stellung geregelt wird.“
Letztere Worte waren im Tone eines beherzten Mannes geſprochen worden, der es nicht verſteht, die Rolle eines Gläubigers zu ſpielen, und über die Aus⸗ flüchte ſeines Schuldners ungeduldig zu werden anfängt.
„Heißen Sie wirllth Audreas Dogmann?“ hob Herr von Merey wieder an.
„Ja, ſo heiße ich.“
„Und ſind Ihres Zeichens ein Jude?“
„Ganz richtig.“
„Sind ein geborener Münchner?“
„Ja, ein geborener Münchner.“
„Sind vor zehn Jahren nach Paris gekommen?“
t„Ich kann es nicht leugnen, Herr Baron.“
„Als ein armer Schlucker?“
„Ja, ja.“
„Hatten aber einen guten Kopf!“
Hier verneigte ſich Herr Dogmann, als wollte er Herrn von Merey für zwei Worte danken, die in
—
2r
— 2


