ſo war er denn allmählig nach einer Reihe bitterer Enttäuſchungen zu der Anſicht gekommen, daß er ein Opfer des Schickſals wäre, und daß das Unglück, das ihn verfolge, nur durch fleißiges Studiren ver⸗ geſſen werden könnte.
Als Doctor Servans Anfangs wahrnahm, wie Ivarius, ſobald er mit ſeiner Arbeit fertig war, in das Leihbibliothek⸗Zimmer ging, dort das dickſte Buch, das er finden konnte, nahm und damit ſich Sommers im Garten und Winters in ſeinem Stübchen begrub — als, ſagen wir, Doctor Servans ſolches bemerkte, erfaßte ihn großer Zorn, und ſo weit ging dieſer, daß er dem ſchuldigen Diener mit Wegjagen drohte, wenn er ſich ſo etwas noch einmal zu Schulden kom⸗ men ließe. Aber Ivarius hatte ſich ihm dann unter Thränen zu Füßen geworfen und hervorgeſtottert, daß er lieber das Haus alsbald verlaſſe, wenn ſein
err ihm verbiete, ferner in den Büchern ſeiner Bibliothek zu leſen. Der Arzt aber hatte gedacht, daß es im Ganzen beſſer wäre, wenn ein Dienſtbote leſe, als wenn er in den Wirthshäuſern herumlun⸗ gere, und ſo hatte er denn dem wißbegierigen Die⸗ ner ein Fach ſeiner Bibliothek überlaſſen, deſſen Bücher er ſchon längſt nicht mehr gebrauchte, für Ivarius aber die Grundlage eines ſoliden Wiſſens bilden konnten. Und endlich hatte ein ſolches Studiren auch den Vortheil, daß Ivarius dem Arzte jeder Zeit zu Gebot ſtand. Es küßte der Bediente ſeinem Herrn die Füße und blieb fortan im Hauſe.
Vielleicht daß wir das moraliſche Porträt des
Ivarius allzu ſehr ausgemalt haben, da dieſes
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