dieſen Punkt aufmerkſam gemacht, wo man die ge⸗ waltige Ausdehnung der Stadt am reichſten überſehen und ihr inneres Leben gleichſam wie einen fernen un⸗ ſichtbaren Waſſerfall rauſchen hören konnte. Ob ſie jenen Erinnerungen nachhing? Sie verrieth nicht eine Spur von Dem, was in ihrem Herzen lebte.
Anna hatte grade heute wieder eine ihrer muſika⸗ liſchen Akademieen. Dann wurde ausnahmsweiſe um zwei Uhr gegeſſen, um drei Uhr kamen die Mitglieder des Geſangvereins, der bis fünf, ſechs Uhr dauerte, weil es mit der Regelmäßigkeit des Kommens ſehr ſchlimm ausſah. Jene gelüfteten Fenſter des Par⸗ terre gehörten zu dem Muſikzimmer, das Anna ſchon geordnet hatte. Da waren die Tiſche und Stühle ſchon aufgeſtellt, ſchon mit den Noten belegt, die heute geſungen werden ſollten. Sie ſprach davon, wie ſie immer in bangſüßer Erwartung einer ſolchen Uebung, in Freude und Furcht zugleich, entgegenharre und be⸗ klagte, daß Olga weder Freude an dieſen Muſiken empfand, noch ſelbſt an ihnen Theil zu nehmen verſuchte.
Du erinnerſt mich darin, ſagte ſie noch heute wie⸗ der, an die ſchöne Melanie, die jetzige Fürſtin von Hohenberg! Dieſe von vielen Frauen verabſcheute, aber nicht ſo ſchlimme gefeierte Schönheit war ohne


