Teil eines Werkes 
9. Bd. (1852)
Entstehung
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ließ, ſuchte eben Anna von Harder ein junges Mäd⸗ chen auf, das auf einer Bank von ungeſchälten Baum äſten an einer Lehne von ſtarken geflochtenen Weiden ſaß, ein Buch in der Hand und bald in die düſtre Waldung, bald zum blauen Himmel, bald zu jenem Raben aufſehend, den wir ſchon als den treuen Be⸗ gleiter des hier waltenden wunderlichen alten Philo⸗ ſophen kennen. Die Luft war ſo ſtill, daß die in ihr aufgehängten Leiern nur zuweilen einen ganz leiſen, aber auch dann unendlich wehmüthigen Ton erklingen ließen.

Wie blau iſt der Himmel! rief Anna ſchon von unten herauf, die Hand auf die epheubewachſene Treppenlehne ſtützend. Hier weilſt du und lieſt? Die Bücher über Italien, die aus den Bibliotheken nicht endigen wollen! Komm und zerſtreue dich an dem Pavillon! Das iſt ein Reiten, ein Fahren nach dem Schloſſe Hohenberg! Die ſchöne Fürſtin wird ihre Flitterwochen nicht in Ruhe genießen können.

Statt aller Antwort drückte das junge Mädchen Anna neben ſich nieder, legte den Arm um ihre Schul⸗ ter und preßte ſie an ihr Herz.

Ein ſanfter Akkord der Luftmuſik begleitete den ſtummen Gruß...

Sieh! Draußen ſteht unſer Mentor und wartet,

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