Teil eines Werkes 
8. Bd. (1851)
Entstehung
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ſchnittlyrik, Sonntagsmoral und ſogenannter edler Weiblichkeit aufgezogen iſt, prüder denken als dieſe kleine Emanzipirte, die durch die Konſequenz ihrer un⸗ moraliſchen Ideen über Liebe und Weltſchmerz ſtreng⸗ moraliſch wird? Wenn da nicht eine Eiferſucht wegen Heinrichſon's im Spiele iſt—

Nein, rief Siegbert mit innigſter Wärme und zit⸗ ternd vor Sehnſucht, Olga wiederzuſehen; darin wi⸗ derſprech' ich Ihnen auf das Feierlichſte. Ich glaube in der That, daß Olga leidet bei dem Gedanken, dieſe Helene d'Azimont, in der ſie die ewige Reſignation unglücklicher Liebe zu erblicken glaubte, könnte wieder lieben, könnte einen Heinrichſon für einen Egon wäh⸗ len und alle ihre Thränen Lügen ſtrafen... es iſt wirklich die ſittlichſte Entrüſtung, die Olga von Rom treibt!

Wenn Das wäre, Freund, ſchieß' ich mich mit Ihnen! Ich liebe Olga!

Dyſtra ſagte dieſe Worte ſcherzhaft, aber mit heim⸗ lichen Spuren des Ernſtes...

Siegbert entdeckte dieſe Spuren wohl und ging trotz aller Zureden des Barons mit wehmüthigem Nachdenken von ihm. Ihm war Olga ein Ideal ge⸗ worden, der Sammelpunkt aller ſeiner zerriſſenen Ge⸗ fühle. Wie es den Bruder zu Selma trieb, ſich ein