Teil eines Werkes 
7. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

Wir kennen dieſe Taſten. Es war ein altes, dün⸗ nes Inſtrument, das mehr wie eine Cither klang. Ohnehin war es verſtimmt und was fehlte nicht an Saiten! Dennoch hatte ſich Murray ſeit den drei Ta⸗ gen, daß ſie hier auf Hohenberg eingekehrt waren, ſchon oft an den nothdürftigen Tönen erfreut. Und da ein längerer Aufenthalt vorauszuſehen war, hatte Murray ſogar eine Stimmſchraube ſich in der Dorf⸗ ſchmiede wollen, wenn auch roh nur und plump, an⸗ fertigen laſſen, um damit die Wirbel der Saiten faſ⸗ ſen und ſie beſſer anziehen zu können. Als man ihm freilich den Namen des Schmieds Zeck nannte, hatte er den Plan wieder aufgegeben. Der Name der Zeck's ſchien ihn zu ſehr zu befremden. Er ſpielte nun auch ſo auf dem verſtimmten Inſtrumente; auch ſo ſchien ihn zu erfreuen, Reminiscenzen an eine alte Kunſtfertigkeit herauf zu beſchwören, die freilich aus den ſteifgewordenen Fingern etwas verſchwunden ſchien.

Brigitte brachte langſam und vorſichtig eine große Aſtrallampe mit einem Gazeſchirm, die ſie ſchon geſtern ihren Gäſten angekündigt hatte, als ſie ihnen Lichter gab. Es war die Zimmerlampe der ſeligen Fürſtin, lange nicht gebraucht und ſo altmodiſch, daß...

Sie ausgehen wird! bemerkte Murray.

: