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angekauft und in ihren Zimmern aufgeſtellt werden. Wie ſie denn in Allem das Weib des unmittelbaren Inſtinctes ſchien, die lebendiggewordene Unruhe und Beweglichkeit des nur durch die Liebe aufrechtgehalte⸗ nen Frauenſinnes, ſo mußte ſie, was ihr gefiel, be⸗ ſitzen, was ſie dachte, ausſprechen, was ihr in den Sinn kam, vollenden. Eine Entſagung ohne ſoforti⸗ gen Erſatz würde ihr die größte Qual geweſen ſein.
In den ſechs Wochen, daß Egon krank war, von Andern gehütet, ihrer Sorge vorenthalten wurde, litt ſie unſäglich. Sie hatte das nimmerraſtende Bedürf⸗ niß der Aufopferung. Sie wäre im Stande geweſen, wie eine in Lohn verdingte Krankenwärterin Egon zu pflegen. Der Mann, der ſie erfüllte, war ihr die ganze Welt. Wie konnte ſie leben, ohne ſeinen Athem zu hören, ohne ſich in ſeinen Augen zu ſpiegeln, ſelbſt wenn dieſe vom Fieberwahn umſchleiert wären und ſie nicht erkannt hätten! Von dem Abend an, wo ſie bei ihrer Ankunft in ſpäter Nacht vor Egon's Fenſtern hielt und zu ihnen wie eine Verſtoßene ſehnſüchtig hinaufblickte und bitter weinte, ruhte ſie nicht, ſich dem Freunde bemerklich zu machen. Erſt als ſie er⸗ fuhr, daß er ganz krank, dann völlig bewußtlos war, unterließ ſie dieſe nächtlichen Aufblicke zu ſeinen Fen⸗ ſtern. Aber Blumen ſchickte ſie, Erkundigungen zog


