Teil eines Werkes 
5. Bd. (1851)
Entstehung
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den Blättern meiner Mutter geleſen und den Reſt überflogen. Dennoch bin ich ſchon zu der Ueberzeu⸗ gung gekommen, daß ich Sie morgen in aller Frühe, um neun Uhr, wenn ich darum bitten darf, ſprechen muß. Ich erkenne, was Sie ſagten: Die Selige liebte nur Gott und ſich. Vergeben Sie mir, daß ich ſo ſtürmiſch, ſo wahnſinnig war! Ich fühle, daß ich des Rathes einer weiſen, vom Schickſal geprüften Frau bedarf, einer Frau, die über den gewöhnlichen Stand⸗ punkten des Lebens erhaben iſt!

Pauline nickte, als ſie geendet hatte, einige Male voll tieffter Genugthuung mit dem Kopfe.

Fühlſt du's nun, Prinz Egon Waldemar von Ho⸗ henberg! rief ſie, die Bedienten nichtachtend, trium⸗ phirend aus. Krümmſt du dich nun vor Paulinen von Harder, ſtolzer Jüngling, den die Schönheit He⸗ lenen's nicht ſo feſſeln wird wie hinfort der alten Pauline Geiſteskraft? Zittere nicht, Egon! Ich be⸗ darf deiner, ſo wie du meiner bedarfſt, und wenn du weiſe biſt und mir deine ſtarke Hand zur Stütze für den Reſt meines Lebens leihſt, ſo will ich dir zei⸗ gen, daß ich dich mehr liebe, als Helene d'Azimont, mehr, mehr als ſelbſt Amanda, deine eigne Mutter!

Franz ſtand in der Ferne und harrte noch auf einen Befehl.