Du biſt ſchauerlich, Charlotte, ſagte Pauline ent⸗ ſetzt... Gute Nacht, Charlotte!
Es iſt erſt neun Uhr, bemerkte die Ludmer.
Ich gehe zu Bett! Gute Nacht, Charlotte!
Die Ludmer kannte gewiſſe determinirte Stimmun⸗ gen ihrer Herrin. Sie verſparte alle Erörterungen auf morgen und fragte, ob ſie das Kammermädchen rufen ſollte.
Pauline ſchüttelte den Kopf.
Die Ludmer, die jetzt mit einem male die läſtige Nichte losgeworden war, mit einem male auch die Spannung zu dem Prinzen Egon ſich löſen ſah, ging ziemlich erleichtert zu Franz zurück, der ihr das Vor⸗ gefallene wiederholt erzählen ſollte...
Pauline riegelte ſich ein, entkleidete ſich raſch und warf ſich erſchöpft auf ihr Lager.
Als ſie im Dunkeln war, trat ihr im Halbſchlafe Egon's Geſtalt entgegen. Sie ſeufzte auf und hätte ihn an's Herz ziehen mögen, weil er ihr Erinnerungen wach⸗ rief, die zu ihren theuerſten und ſchmerzlichſten gehör⸗ ten. Ihr unruhiges Blut ließ ſie nicht ſchlafen. Sie mußte aufſtehen, wieder Licht machen. Zuviel, zuviel der Vergangenheit trat ihr geſpenſtiſch entgegen! Es war ihr, als wenn die alten Bruſtkrämpfe wieder⸗


