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alle meine Freundinnen hatten ſchon ſeit Jahren dieſe Einkehr begonnen. Ach, ſie hatten ſich Alle Irrthümer vorzuwerfen, Alle waren ſie von der damaligen großen wogenden Frühlingszeit ergriffen und das Blut hatte ihnen in den Adern gerollt, wie aus Sympathie mit dem großen Wachsthum der Zeit und der Geiſter... Prinz, ich geſtehe Ihnen, daß ich die Art von Läu⸗ terungen, die damals Sitte waren, nicht begreifen konnte. Beten, hinter gemalten Glasfenſtern knieen, das Orgelſpielen lernen, das dies irae vierſtimmig ſingen helfen... dieſe Läuterungen waren die Wie⸗ derkehr der alten Eitelkeit, nur in andern Formen. Ich wurde bitter über die Vergangenheit, über mich, über Andre. Ich heirathete zum zweiten male. Ich ſchrieb... Ich ſchrieb„Amarantha“.
Eine Satyre gegen meine Mutter...
Sagen Sie nicht, gegen Ihre Mutter! Sagen Sie, eine Satyre— nein, auch Das iſt nicht das Wort— eine Anklageſchrift, ein Zorngericht über die Seelen, die Alle, Alle geſündigt haben und durch Heuchelei die Vergebung des Himmels antizipirten...
Meine Mutter war ſchwach, aber ſie heuchelte nicht! antwortete Egon.
Sie war ſchwach, Das iſt das Wort, Prinz! Schwach— Sie meinen doch wol an Charakter? Aber


