Unſer altes Familienhaus in der Stadt iſt ein Jo⸗ hanniterlehn. Jahrhunderte lang zahlten die Mar⸗ ſchalks eine ſehr geringe Abgabe an die Stadt, der die Rechte und Beſitzungen übertragen wurden, als die alten Ritterorden proteſtantiſch wurden und ihre großen Güter auseinanderfielen an den Erſten Beſten, der in Zeiten allgemeiner Verwirrung von ihnen Vor⸗ theil zog und Beſitz zu ergreifen verſtand. Wenn wir nun vom Staate abhängig werden, würde der Zins ohne Zweifel erhöht. So geringfügig dieſer Grund ſein mag, der auch uns ſollte wünſchen laſſen, die Sache bliebe beim Alten, ſo habe ich doch dadurch ein geeignetes Mittel, den intimſten Wünſchen der eigentlich einflußreichen und das Ganze regierenden Partei entgegenzukommen, und es iſt wiederum eine unbegreifliche Vernachläſſigung Schlurck's, daß er mir ſo lange auch nicht über den Gang dieſer Angelegen⸗ heit berichtet hat.
Lange wogte ſo das Chaos von vielen ungewiſſen und quälenden Stimmungen und Betrachtungen in der ehrgeizigen, thatendürſtenden Frau auf und ab. Was war da nicht Alles, das ſchattenhaft vor ihr auf⸗ und niedergaukelte! Liebe, Haß, Streit, Friede, Staat, Familie, die Welt, ihr Haus, ihr Herz... Alles war in Aufregung und keine Idee war da, die ihr


